Zwei Renntage auf der gleichen Rennstrecke, war einer der Gründe viele Autobahnkilometer in kauf zunehmen. Groß Dölln in Brandenburg, hierhin trieb mich mein Saisonstart. Auf dem so genannten Driving Center galt es für die Senioren und U19 Fahrer, gemeinsam 60 Kilometer zu fahren. Auf einer Rennstrecke wo sonst PS starke Boliden über Curbs räubern, und diverse Dölln Sonntag17Reifenhersteller sich mit schwarzen Streifen auf dem Asphalt verewigen, hat der Veranstalter Lokomotive Templin, einen 5 Km Kurs mit unzähligen Pylonen abgesteckt der so ziemlich alles zu bieten hat. Schnelle teilweise überhöhte Kurven, Spitzkehren nach einer langen Geraden, rauf und runter, links rum rechts rum, irgendwie ging es ständig in eine andere Himmelsrichtung. Die Wettervorhersage wird auch immer besser. Zumindest was die Genauigkeit betrifft. So wie Vorhergesagt war es auch, Dauerregen bei 3°! Aber nicht Starten war keine Option, alles andere sollte sich ergeben. Ordentlich auf der Rolle warm gefahren ging es zur Startaufstellung. Nach nicht einmal 1 Kilometer hatte ich schon Wassereinbruch an sämtlichen Körperstellen. Was für eine Eiswasserdusche gibt das denn?! Das Rund 50 Mann große Fahrerfeld wollte sich auch nicht länger als eine Runde einrollen, schon nach der ersten Zieldurchfahrt wurde ordentlich Gas gegeben. Immer wieder Attacken, auch die ruppige Fahrweise der starken U19 Fahrer aus Berlin, sorgten für ein quirliges Durcheinander im Fahrerfeld. Vor dem teilweise tief stehendem Wasser auf der Strecke, dem sich ständig wechselnden Straßenbelag, sowie den kurzen aber steilen Abfahrten mit schnellem Kurvenausgang, durfte man sich nicht beeindrucken lassen. Meine Taktik immer schön vorne fahren, wurde sehr oft auf eine harte Probe gestellt. Daher versuchte ich mehrmals vorne raus zu fahren, in der Hoffnung mit den richtigen weg zu kommen. Mehr als 150 – 200m vor dem Fahrerfeld war leider nicht drin. Nach etwa 40 Km fing es auch an, dass mich die Kälte und Nässe dermaßen in meiner Bewegungsfreiheit einschränkte, dass ich nur noch froh war die Fahrlinie einhalten zu können. Was sehnte ich mich dem erlösenden Finale entgegen… Zieleingangskurve, nicht viele vor mir, aber an Sprinten war einfach nicht zu denken. Zu steif waren Hände Arme, der ganze Körper. Kopf runter, treten und warten bis ich die weiße Linie überquere, daran kann ich mich noch erinnern, absoluter Tunnelblick! Nach dem Zielstrich war mir alles egal, ausziehen und im Auto auftauen. Total zitternd und nicht fähig deutlich zu sprechen, bekam ich heißen Kaffee von meiner um mich besorgten Betreuerin eingeflößt. Knapp eine Stunde saß ich auf der Sitzheizung, bis ich so einigermaßen wieder das Gefühl in allen Gliedermaßen hatte. Das Rennergebnis spiegelt nicht ganz mein persönliches Drama wider, doch mit dem 7. Platz beim ersten Rennen in dieser Saison konnte ich Zufrieden sein.

Tag 2. Gut geschlafen in der wirklich tollen Pension Wiesenhof in Templin, war mein erster Blick aus dem Fenster. Sonne aber Frost auf der Straße. Was für eine zutreffende Wettervorhersage! Ein erfrischender Spaziergang durch den direkt angrenzenden Wald, wo einem die Rehe über den Weg laufen, ließen mich mit der Sonne um die Wette strahlen. Ein zauberhaftes Frühstück, die frisch Dölln Sonntag22gewaschenen Radklamotten, rundeten die gute Wahl der Pension ab. Da machte auch die nötige Radpflege spaß. Dann wieder ab zur Rennstrecke. Heute sah alles anders aus. Auch Rennfahrer die gestern gemeldet waren aber nicht gefahren sind, standen natürlich heute am Start. Nun wurde auch noch der Keili von der Komet Delia aus Köln vom Sprecher stolz erwähnt, „ja selbst aus Köln kommen Fahrer hier zu uns an die Rennstrecke!“ Da hatte ich die Schulterklopfer auf meiner Seite! Dann der Start, zügig aber nicht wirklich schnell wurden die ersten paar Runden abgespult. Ganz anderes Fahren als noch am Vortag. Und dann, eine Attacke wie sie im Lehrbuch steht, 2 Fahrer vom Team Merida fahren kurz hintereinander raus, der erste wartet auf den zweiten, der Rest vom Team macht im Fahrerfeld die Kurven dicht. So einfach kann das gehen. Bei meinem Versuch nachzusetzen, spürte ich doch die müden Beine vom Vortag. Versteckt im Fahrerfeld, hoffte ich auf eine weitere Rennentscheidende Situation die ich hätte ausnützen können. Ohne Erfolg. So ging es dann in die letzte Runde, erstmals ging es dieses Jahr auch wieder Lenker an Lenker, Ellbogen an Ellbogen, auf die letzten Kurven zu. Die Zieleingangskurve hatte Platz ohne Ende, aber nur die Ideallinie war der schnellste und kürzeste Weg auf die Zielgerade. Ich hatte kein so gutes Hinterrad erwischt. Auch war ich nicht wirklich in der Verfassung, einen für mich akzeptablen Sprint abrufen zu können. So kam es, dass links und rechts der ein oder andere an mir vorbei zog. Fast an mir verzweifelnd suchte ich den Zielstrich auf der nicht enden wollenden Zielgeraden. Sicherlich etwas albern da hinten noch mal das Rad unterm Hintern über den Zielstrich zu stoßen, aber nur so konnte ich mir noch den 10. Platz sichern.

Zufrieden, aber wissend das die kommenden Rennen noch anspruchsvoller werden, ging es mit den für mich wichtigen 120 Rennkilometern in den Beinen wieder auf den Heimweg.

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