Wer mal eine wirklich schöne Landschaft sehen möchte, dem empfehle ich eine Reise in des Gebiet, in dem wir die Rundfahrt bestreiten durften. Beeindruckende Bilder von Bergen, verträumten französischen Orten und der Rhone haben der Rundfahrt einen zusätzlichen Reiz verliehen. Aber auch die Hitze von bis zu 40 Grad, der Mistral Wind, fast 400 zu bewältigende km, die rauen Straßen sowie vielen Wellen und Berge haben dem ganzen auch eine gewisse Härte beigemischt. Nun zum eigentlichen Geschehen: Gemeinsam mit meinen Mädels Desi Schuler, Caro v. Pedegehm, Sanne Dietel und Eli Eifler startete ich zur 2.2. Rundfahrt, der Tour de la Drome. Wunderschön organisiert und im Radsportland Frankreich bestens empfangen, starteten wir zum Mannschaftszeitfahren am 14. Juni morgens von Rasteau nach Vaison La Romaine über 23,9 km. Über Funk angeleitet durch unseren Team-Chef Luc Rooms erreichten wir hierbei den 9 Platz, wobei das Ergebnis zwischen Platz 5 und 9 alles innerhalb von ca. 20 sec ablief. Der Rückstand auf die Sieger betrug 2:48 min.

Die zweite Etappe folgte am selben Tag nach dem Mittagessen mit Start in Saint-Romain-en-Viennois mit Ziel in Montboucher sur Jarbon über 79,1 km mit 3 Bergen der 3ten und einem Berg der 2ten Kategorie.
Hier ging eine Gruppe in der 6 Teams eine Fahrerin hatten, somit keine Chance, diese wieder zurück zu holen.
Also hielten wir uns im Feld und kamen mit 1:52 min Rückstand an. Caro wurde als beste 20te, ich 36te.
Im Klassement belegten wir somit die Plätze 32 bis 35, mit 4:31 Rückstand.

Übernachten taten wir im Kloster in Chateau Neuf. Die 3 Etappe startete ca. 100 km von dieser Unterkunft entfernt
in Vassieux en Vercros, umgeben von einer wunderschönen Felslandschaft auf 1500 Meter Höhe und sollte es mit jeweils 2 Bergwertungen der 2ten und 1ten sowie einer der 3ten Kategorie mit Ziel in La Chapelle en Vercrous in sich haben. Der erste 2 Kat. Berg gleich nach dem Start ließ mit ca. 2 km schon Opfer, ich konnte ihn knapp mit dem Feld überwinden. Der darauf folgende 1 Kat. Berg war ca. 4 km lang und 10% steil. Dementsprechend zerlegte sich das Feld hier entscheidend. Ich fuhr mein Tempo bei 40 Grad im Schatten in einer Gruppe, im Ohr immer angefeuert von Luc und konnte in der Abfahrt wieder zum Feld aufschließen. Da unsere Sandra vorne in der zweiten Gruppe fuhr, ließen wir es auf sich beruhen, denn es sollten ja noch 2 Berge mit ca 2-4 km Länge folgen. Diese konnte ich alle im Feld überwinden und wir versuchten es nochmal mit Attacken, eine Gruppe ankommen zu lassen. Caro war weg, jedoch das Feld nicht zufrieden damit, Desi gewann dann aber den Feldspurt. Sandra wurde also 15te, Desi 17te, Caro 25te und ich 36te, jedoch hatten wir im Feld 11:40 Rückstand- doch ganz schön gebummelt… Im Gesamtklassement war Sandra dadurch 15te, Platz 30 bis 32 mit 14:15 Rückstand belegten Caro, Desi und ich. Heute hatte ich glaub ich 8 Flaschen und 2 Gels verbaucht…

Übernachten taten wir in der schönen Höhe, am nächsten Morgen ging es dann wieder 100 km entferntzum Start nach Saint Vallier Saulce zur längsten Etappe mit 102 km nach Saulce Rhone. Die Berge in dieser Etappe lagen bis auf einen ersten 2. Kat Berg zu Beginn alle zum Ende ab 75 km und sollten es mit Kat 3, Kat 2, gefolgt von Kat 1 in sich haben. An diesem Tag machten wir erste Bekanntschaft mit einem sehr fiesen Mistralwind, der uns ca. 50 km Kantenrennen bescherte, sowie Stürze durchs Grasnarbenfahren und Gedrängel.

Unsere Aufgabe an diesem Tag war, Sandra aus dem Wind zu halten, Attacken zu vereiteln und möglichst viele Körner für den Schlussanstieg aufzusparen. Mir ging es nicht ganz so gut wie am Vortag- so musste ich am ersten 2. Kat Berg schon reißen lassen, kam dann in der Abfahrt zusammen mit Desi und Caro jedoch wieder ran, selbiges Schicksal ereilte mich dann im darauf folgenden 1. Kat Berg. Ich verlor auf die Siegerin 3:48, aufs Feld etwas weniger. Anderen ging es aber noch schlechter, so dass ich mich an diesem Tag mit Platz 31 im Gesamtklassement auf den 30 Platz vorarbeiten konnte. Eli war nicht mehr dabei, da schon von Beginn an krank, Sandra bestätigte mit Platz 16 den 15 Platz im Klassement, Caro war 24te und Desi durch Sturz und Platten auf Platz 34 im Klassement.

Nun folgte der letzte Tag und die letzte und 5te Etappe über 93 km mit Start in Sauzet Malataverne und Ziel in Chateauneuf. Diese Etappe wurde durch Gewitter, Hagel, 8 Bergwertungen und sehr schlechten Straßen mit Schotter und Löchern zusätzlich erschwert. Zu Beginn gab es einen 2 km langen 3. Kat Berg den ich ohne Probleme im Feld beendete. Nun erwarteten uns nach ca. 35 km ein Berg der 2 Kat. direkt gefolgt von einem Berg der 1 Kat. und einer anschließenden Zielrunde mit einem 3 Kat. Berg, die 2x zu bewältigen war. Auf der Abfahrt hin zum 2 Kat Berg ereilte mich ein Defekt. Somit verschoss ich alle Körner mit dem Versuch, wieder ins Feld zu fahren. Oben auf dem Berg hatte ich immer noch Rückstand, jedoch hatte ich einige Gruppen eingeholt und überholt. Nun folgte der 1 Kat. Berg. Ich fuhr schon die ganze Zeit am Limit. Auf der Abfahrt dann der zweite Platten. Nun war es aussichtslos das Feld jemals wieder zu sehen und ich war schon am verzweifeln. Zum Glück taten meine lieben Betreuer alles, damit ich wieder Fahrt aufnahm- dann schmetterte ich in einer Serpentinen Kurve um ein Haar in ein entgegenkommendes Auto, was sogar in den Wald ausweichen musste. Danach wollte ich wirklich nicht noch 40 km allein weiterfahren. Aber wieder meine lieben Betreuer, die mich wieder aufs Rad setzten und mich über moralisch über Funk und mit etwas Windschatten durchs Auto zurück in eine vor mir liegende Gruppe brachten. Mit dieser beendete ich dann mit 12:58 Rückstand diese letzte Horroretappe auf dem 33 Platz. All die Qual und das nichtaufgeben hatten sich jedoch gelohnt, denn andere gaben schneller auf, so dass ich "nur" um 2 Plätze im Klassement auf den 32ten Gesamtrang abrutschte und in der Endabrechnung 29:48 Rückstand zu verzeichnen hatte.

Beste vom Team wurde unsere Bergziege Sandra auf dem 14ten Platz, gefolgt vom Belgischen Kampfgeist Caro auf dem 21ten und Sprint-Expertin Desi auf dem 24ten Platz.

Ich bin sehr zufrieden und möchte meinem Team, Chef Luc (du bist der beste im Ohr) , unseren Betreuern Mathias und Dominik sowie der besten Pysio der Welt Nicole dafür danken, dass sie Rund um die Uhr, mit seelischer und absoluter Top Betreuung für Profifeeling und Motivation sorgten und ein doch recht erfolgreiches Abschneiden sowie sorgenfreien Radsport ermöglicht haben. Danke!!

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