Ein Rennbericht über Gier, Größenwahnsinn und geplatzte Träume.                                           

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Jule lässt es von Anfang an krachen (Foto von www.foto-stichert.de)
…erst einmal ist es schade, dass ich an dieser Stelle nicht mal endlich über Platzierungen berichten kann, nur leider bin ich noch immer auf der Suche nach meiner im Frühjahr verlorengegangenen Form. Dafür kann ich mit Stolz behaupten, gestern meine letzte Examens-Prüfung abgelegt zu haben und mich zukünftig Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing-Kommunikation schimpfen zu dürfen…

Zurück zum Radsport: Refrath ist ja praktisch mein Heim-Grandprix, ist der Start doch fast vor meiner Haustür. Der Kurs liegt mir zwar nicht besonders, jedoch macht er Spaß weil er recht schnell ist. Meine Motivation an diesem Tag war trotz Dauerregen entsprechend groß. Auch hatte ich meine belgische Teamkollegin Caroline van Pethegem am Start, die mir etwas helfen wollte. Wir Frauen hatten 30 Runden zu bewältigen, was 45 km entsprach. Am Start bei diesem schönen Rennen, wo es immer jede Menge Prämien gibt, mal wieder hochkarätige Damen, die sonst den Worldcup aufmischen.

Jedenfalls gabs jede Runde Prämien…. der Start erfolgte und eine Fahrerin trat direkt an. Da ich eh an ihrem Hinterrad saß, fuhr ich gleich mit. Schon waren wir zu viert weg. Ein wenig kreiseln, dann die Zielgrade, ich fuhr von vorne Vollgas und hatte die ersten 20,- € sicher. Dann war meine Geldgier zu groß und anstatt die Beine zu heben und die langsam aufkeimende Übersäuerung im nahenden Feld zu überwinden, fuhr ich vom Größenwahnsinn angetrieben mit der Gruppe weiter und kreiselte mit, mit der Hoffnung, die nächste Prämie auch zu bekommen. Auf der Zielgraden kamen jedoch die Guten, wie von einem Katapult abgeschossen, an mir vorbei gefolgen. Nun hieß es also ins Feld auf die Einerreihe und versuchen zu überleben. Da ich in diesem Moment schon gut zu kämpfen hatte, war es doppelt blöde, sich zu weit hinten einzureihen. So ließen ständig Fahrerinnen vor mir Löcher stehen – das erste ging noch zuzumachen, das zweite war richtig hart, beim dritten schaute ich sowas von über Kreuz, dass gar nichts mehr ging. Da die da vorne grad immer noch dabei waren, tierisch ein Fass aufzumachen anstatt mal kurz rollen zu lassen, war das mein Untergang.

So musste ich dem Feld Adé sagen und es ziehen lassen. Ich fuhr dann in einer Gruppe hinter dem Feld und wollte schon aussteigen. Aber die Rennkilometer sind derzeit echt wichtig für mich, also dachte ich an Caro und das Feld und wartete auf meine Überrundung. Dann wars soweit und ich konnte dann Caro im Feld noch helfen, bolzte Löcher zu, feuerte sie an und konnte so doch noch etwas sinnvolles zum Rennen beitragen. Siegerin des Tages: Dänin Linda Villumsen vor Tanja Hennes (beide Buitenpoort Flexpoint) und Charlotte Becker (RSV Unna). Caro spurtete auf den 6ten Rang.

Nun heißt es sich ausruhen, dann morgen am Samstag und übermorgen am Sonntag stehen in Karbach gleich zwei bergige Bundesligarennen auf dem Programm- mal sehen wie ich dort überleben werde.

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